Donnerstag, 2. Oktober 2008

Arztbesuch auf Irisch

Die meisten Deutschen wissen nicht, wie gut sie es haben. Dessen bin ich mir ganz sicher. Und ja, ich weiss dass ich mich jetzt wie Onkel Ernst anhoere.

Mein erster (und hoffentlich letzter) Arzttermin in Irland...:
In Irland werden die Doktoren anscheinend mit Vornamen angeredet. Meine Aerztin hiess Dr. Yvonne.
Beim Betreten der "Praxis" kam mir sofort ein unangenehmer Geruch entgegen, aber nicht dieser starke Sagrotan-Geruch, wie wir ihn aus Deutschland kennen, sondern Schweiss, Mundgeruch und Moder.
Ich ignorierte mein Bauchgefuehl das "Umdrehen! Rausgehen!" sagte und ging auf die Empfangstheke zu. Dort begegnete mir eine gestresste Arzthelferin, die selber krank aussah und mir erstmal einen Zettel gab, den ich ausfuellen musste. Also eigentlich wie bei uns wenn wir uns neu in einer Praxis anmelden.
Die erfreuliche Nachricht: Meine European Health Insurance Card wurde problemlos akzeptiert; ich denke, dass ich nichts zahlen mus, zumindest wurde nichts davon gesagt.

Die Wartezeit: Mein Termin war um 15:45h; ich musste etwa 1,5 Stunden warten, aber das war nicht das Schlimme... Ich fand heraus, woher der Modergeruch kam: Schimmel an den Waenden!
Um mich herum sassen sehr viele Menschen, die gut daran getan haetten, mal eine Zahnbuerste und ein Deo zu benutzen... nicht schoen. Ausserdem guckte ich direkt auf mehrere grosse Behaelter mit Totenkopf-Symbol, viel roter Schrift und Ausrufezeichen. die auf einem Kuehlschrank mitten im Flur neben dem 8qm Wartezimmer standen - Gift? Nun ja... das macht mich sprachlos. Ueberall lag dicker Teppich aus, was auch nicht sehr hygienisch ist, oder?

Die Sprechstunde: Irgendwann war ich dran. Die Patienten werden immer persoenlich von den Aerzten ins Sprechstundenzimmer gebeten. Dazu ging es erstmal eine schmale steile Treppe hinauf und dann rein in ein kleines Kabuff (mit Teppich). In dem Zimmer war kaum Licht. Dr. Yvonne war nicht unfreundlich, ganz im Gegenteil, aber dennoch kann man das nicht Behandlung nennen, was sie gemacht hat, beim besten Willen nicht. Ausserdem hatte sie auch selbst einen Infekt, war heiser, hustete und schniefte. Sehr ermutigend. Ich sagte ihr, dass ich seit ca. 4 Wochen staendig Schnupfen habe und es nur kurze Phasen der Besserung gibt, aber ich auch zwischendurch mehrmals einige Tage lang staerkere Erkaeltungssymptome hatte. Gefragt hat sie mich eigentlich nicht viel, nur ob ich Ohrenschmerzen haette und daraufhin musste ich mich hinsetzen damit sie mir in die Ohren gucken konnte. Dann guckte sie mir kurz in den Mund. Ich frage mich, wie sie bei dem Licht ueberhaupt etwas sehen konnte...
Die ganze Behandling dauerte 3 bis 5 Minuten.
Sie hat mir ein Nasenspray verschrieben, that's it.


Heute morgen bin ich mit ganz, ganz dollen Hals- und Ohrenschmerzen aufgewacht, so schlimm wie noch nie in den vergangenen 4 Wochen. Aber ich gehe trotzdem nicht nochmal hin- WOZU??!



2 Kommentare:

Nike hat gesagt…

ach menno, das klingt ja echt übel.... aber genauso hatte man uns das englische National health system ja vorgestellt... wer hier gut behandelt werden will muss zum privat-arzt gehen.
Andererseits ist Dauererkältung ja nichts, was man nicht auch in Fern-diagnose stellen kann. Ich würde mal meinen Hausarzt in Deutschland anrufen und den fragen, wenn ich du wäre. Das hab ich in Deutschland schon öfter gemacht. Vielleicht hat der ja einen besseren Tipp auf Lager als doofes Nasenspray, was ja allenfalls die Symptome verringert, nicht aber den Fakt, dass du seit 4 Wochen krank bist.
Gute Besserung und halt uns auf dem Laufenden!

Unknown hat gesagt…

Wieso steht denn da Laura anstatt Lara auf dem Label?